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03.09.2019

Digitalisierung und Strukturwandel gehen Hand in Hand

v.l.n.r.: Christoph Bernstiel, MdB; Thomas Popp, Amtschef Sächsische Staatskanzlei; Sirko Scheffler, Cluster IT; Andreas Schurig, Sächsischer Datenschutzbeauftragter; Marco Langhof, VITM, Dr. Lutz Hasse, Datenschutzbeauftragter Thüringen



Auf dem IT-Kongress "Mitteldeutschland – mit Sicherheit in die Zukunft der IT"  diskutierten am 3. September 2019 namhafte Vertreter aus Politik und Wirtschaft über Wachstumspotenziale der IT-Wirtschaft. Rund hundert Experten und Entscheider aus der mitteldeutschen IT-Wirtschaft waren zu der Veranstaltung des Clusters IT Mitteldeutschland e.V. in Leipzig gekommen. Verschaffen Sie sich auf dieser Seite einen Eindruck von den Geschehnissen und inhaltlichen Schwerpunkten des Kongress-Tages.

Impressionen vom IT-Kongress

 

IT-Kongress 2019 - Argumente, Handlungsfelder und Fachthemen

Die Digitalisierung und der Strukturwandel sind die Prozesse, die Gesellschaft und Wirtschaft in Mitteldeutschland aktuell maßgeblich prägen. Darüber herrschte auf dem IT-Kongress "Mitteldeutschland – mit Sicherheit in die Zukunft der IT" Einigkeit. Im Zentrum stand die Frage: Wie lassen sich die grundlegenden Veränderungen vorantragen, so dass sie für Gesellschaft und Wirtschaft den größtmöglichen Nutzen bieten?

Sirko Scheffler, Vorstand im Cluster IT Mitteldeutschland und Mitglied des Digitalisierungsbeirates Sachsen-Anhalt erklärte: "Grundsätzlich müssen Digitalisierung und Strukturwandel zusammen gedacht und angegangen werden. Wir reden hier über zwei Prozesse, die Hand in Hand miteinander gehen. Das Bestreben, in unserer Region eine strukturelle Veränderung herbeizuführen, kann als wichtiger Motor der Digitalisierung dienen und diese beschleunigen. Gleichzeitig bieten IT und neue Technologien immense Chancen, um neue Perspektiven für die Region und die dort lebenden Menschen zu schaffen. Informationstechnologie nimmt damit eine Schlüsselrolle im Strukturwandel ein."

Der Schwerpunkt der Diskussion lag auch auf den Rahmenbedingungen, die die IT-Branche für eine weiterhin positive Entwicklung braucht. Denn innovative digitale Technologien lassen sich nur etablieren, wenn Informationssicherheit und Datensouveränität in entsprechendem Ausmaß vorhanden sind.

Christoph Bernstiel, Mitglied des Bundestages und ordentliches Mitglied in der Enquete Kommission Künstliche Intelligenz, erklärte dazu: "Smart Devices, Wearables, Telemedizin, teilautonome Fahrzeuge, Industrie 4.0 und viele andere nützliche IT-gestützte Anwendungen gehören zu unserem Alltag. Leider spielt das Thema Sicherheit nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Und das obwohl 50 Prozent aller deutschen Unternehmen bereits Opfer eines Datendiebstahls waren. Der finanzielle Schaden für unsere Wirtschaft wird auf rund 51 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Ziel muss es daher sein, das Bewusstsein für IT- und Cybersicherheit zu stärken und in den Mittelpunkt einer gesellschaftlichen Debatte zu stellen. Der Kongress 'Mitteldeutschland – mit Sicherheit in die Zukunft der IT' trägt dazu einen wichtigen Teil bei und ich freue mich, dabei sein zu können."

Auch Andreas Schurig, Sächsischer Datenschutzbeauftragter, betonte die Bedeutung von IT-Sicherheit für die Digitalisierung: "Die Verfügungsgewalt über eigene Software- und Hardwareressourcen ist unabdingbarer Bestandteil von IT-Sicherheit. Wer nicht weiß, was bei seinen Verarbeitungen passiert, wird seiner Verantwortung nicht gerecht."

Thomas Popp, Amtschef der Sächsischen Staatskanzlei und Beauftragter für Informationstechnologie (CIO) des Freistaates Sachsen, sagte: "Staat und Verwaltung müssen das erforderliche Maß an digitaler Souveränität entwickeln, um auch künftig ihrer Gewährleistungsverantwortung nachkommen zu können. Hierzu ist in nächster Zeit eine intensive fachliche Debatte unter politischer Führung nötig, vor allem weil weiter präzisiert werden muss, was Bestandteil dieser digitalen Selbstbestimmung sein soll und was nicht. Das liegt bei der Informationssicherheit insbesondere im Bereich der kritischen Infrastrukturen auf der Hand. Andere Bereiche sind aber nicht auszunehmen, weil die Digitalisierung alles durchdringt. Wir werden bei dieser Debatte auch schwierige Fragen des Verhältnisses zwischen Staat und Gesellschaft bzw. Staat und Wirtschaft tangieren. Davor dürfen wir uns aber nicht scheuen."

Im Zuge der Digitalisierung erhalten die digitale Bildung und die Gewinnung von IT-Fachkräften eine enorme Bedeutung. Es braucht mündige, überlegt handelnde Nutzer. Unverzichtbar sind Experten, die die benötigten Technologien entwickeln und betreuen. Auch dieses Thema wurde auf dem IT-Kongress intensiv betrachtet.

Dr. Lutz Hasse, Thüringer Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit sagte dazu: "Für mich ist es ein elementares Anliegen, die Medienkompetenz aller Bürgerinnen und Bürger zu steigern, die neue Medien nutzen. Dies gelingt am effektivsten, wenn der jungen Generation bereits in der Schule die erforderlichen Fähigkeiten vermittelt werden. Wichtig ist dazu eine fachgerechte Aus- und Fortbildung aller Lehrer in den Bereichen Daten- bzw. Privatsphärenschutz, Mediennutzung und Informatik. Dafür werde ich mich im Rahmen meiner Tätigkeit als Landesdatenschutzbeauftragter weiterhin nachdrücklich einsetzen. Generell ist zudem die Bündelung aller Kräfte im Zuge der Digitalisierung angesichts des signifikanten deutschen beziehungsweise europäischen Rückstandes unabdingbar und wird aus meiner Sicht besonders dann gelingen, wenn sich Wirtschaft und Datenschutzaufsichtsbehörden hierbei als Partner und nicht als Gegner verstehen."

Im Anschluss an den strategisch ausgerichteten Teil des Kongresses hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich in praxisnahen Fachvorträgen Einblick in neuste Trends und Technologien der IT zu verschaffen. Der Event diente außerdem als Netzwerkveranstaltung mit dem Ziel, Kontakte anzubahnen und Kooperationen anzuregen.

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