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29.08.2019

DGN sorgt mit procilon Technologie für sichere Digitalisierung im Gesundheitswesen

In punkto Digitalisierung hängt das deutsche Gesundheitswesen im internationalen Vergleich bislang hinterher. Dies will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinem Digitalisierungsgesetz jetzt zügig ändern: Nach den Arzt-, Zahnarzt- und Psychotherapiepraxen sollen nun auch rund 19.000 deutsche Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) anschließen - bis September 2020.

Zudem gilt es, die verschiedenen Heilberufsgruppen mit dem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der zweiten Generation (G2) auszustatten. Welche Herausforderungen damit verbunden sind, berichtet DGN- und medisign-Geschäftsführer Armin Flender in einem Interview:

F: Herr Flender, 19.000 Apotheken und eHBA für verschiedene Heilberufsgruppen, das klingt nach viel Arbeit. Sind Sie darauf gut vorbereitet?

AF: Wir befinden uns aktuell in einer sehr dynamischen Phase. Die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen und die Nutzung der medizinischen Anwendungen im Rahmen der Telematikinfrastruktur stellen natürlich höchste Anforderungen an die Informationssicherheit. Die SmartCard-Lösungen aus unserem Haus sind dabei elementare Bausteine. Dies ist eine Entwicklung, für die wir mit strategischen Entscheidungen frühzeitig Vorsorge getroffen haben. Wie Sie ja wissen, arbeiten wir bereits seit 2016 mit procilon zusammen, um genau dafür - sozusagen im Maschinenraum - gerüstet zu sein. Das primäre Ziel war schon damals, die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Produktion der eHBA der zweiten Generation und gleichzeitig die Zertifizierung als Vertrauensdiensteanbieter nach eIDAS zu schaffen. Beides ist uns gelungen. (Bild: Armin Flender, Geschäftsführer DGN / medisign)

F: Möchten Sie etwas zu Volumen der bisher ausgegebenen SmartCards sagen?

AF: Natürlich gern, denn da kommen beachtliche Zahlen zusammen. Die medisign GmbH, ein gemeinsames Unternehmen der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und des Deutschen Gesundheitsnetzes, zählt mit rund 28.000 elektronischen Heilberufsausweisen (eHBA) zu den führenden Anbietern für qualifizierte eSignatur im Gesundheitswesen. Dazu kommen ca.

80.000 elektronische Praxisausweise (SMC-B), die wir als zugelassener Anbieter der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen seit Sommer 2018 an Arzt-, Zahnarzt- und Psychotherapiepraxen ausgegeben haben. Und natürlich produzieren wir in unserem Trustcenter mit der DGN businessCard und der DGN sprintCard ja auch noch qualifizierte elektronische Signaturkarten für andere Branchen sowie EU-weit gültige Zeitstempel.

F: Wie sehen denn nun aktuell die nächsten Schritte aus?


AF: Derzeit befindet sich medisign im Zulassungsprozess bei den Apothekerkammern, den Herausgebern der SMC-B für Apotheken. Unser Ziel ist es, möglichst schnell mit der Ausgabe der Ausweise an die Apotheken zu beginnen. Bereits Ende des Jahres werden unsere SMC-B in einem Pilotprojekt in Westfalen-Lippe zum Einsatz kommen, bei dem u. a. der elektronische Medikationsplan getestet wird.

F: Für unsere Leser, die nicht so fit in Abkürzungen sind, was heißt eigentlich SMC-B?

AF: Natürlich, das vergessen wir in der IT gern. Hinter SMC-B verbirgt sich die Bezeichnung "Secure Module Card – Betriebsstätte". Die Karte wird auch Praxis- oder Institutionsausweis genannt. Damit können sich Praxen und Apotheken gegenüber den Diensten der TI als berechtigter Teilnehmer authentifizieren und der Konnektor eine sichere Online-Verbindung zur TI herstellen. Zudem benötigt das Apotheken- und Praxispersonal die SMC-B, um Patientendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auszulesen und Anwendungen wie das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) zu nutzen.

F: Und wie geht es mit dem Heilberufsausweis weiter?

AF: In Kürze wird medisign für die verschiedenen Heilberufsgruppen den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) der zweiten Generation (G2) produzieren, der für die medizinischen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte erforderlich ist. Bestandskunden können ihren bisherigen eHBA dann innerhalb der Mindestlaufzeit von 24 Monaten kostenfrei gegen einen G2-Ausweis eintauschen, sobald die Praxis einen Konnektor mit Anwendungen für die qualifizierte Signatur im Einsatz hat.

F: Zum Abschluss gestatte ich mir noch die Frage, wie Sie die weitere Zusammenarbeit mit procilon sehen?


AF: Wir hatten seinerzeit die Entscheidung für procilon nicht nur aufgrund der Referenz Bundesnotarkammer getroffen, sondern vor allem mit der Absicht, unser Angebotsspektrum zu erweitern. Unser EU-weit gültiges Zeitstempel-Angebot ist dabei sicherlich ein guter

Anfang, aber gerade vor dem Hintergrund der eIDAS-Verordnung sehe ich noch weiteres Potenzial. Für die Zukunft steht die Entwicklung einer gemeinsamen Lösung für die Fernsignatur ganz oben auf unserer Wunschliste.

Herr Flender, vielen Dank für das angenehme Gespräch!

Die Fragen stellte Andreas Liefeith, Marketingleiter der procilon GROUP

Quelle: procilon GROUP

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