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11.12.2018

Leipziger WissenschaftlerInnen untersuchen bundesweit Situation von Doktorandinnen im IT-Bereich

Im Bereich der MINT-Fächer fehlt es massiv vor allem an weiblichem wissenschaftlichen Nachwuchs. Im Zeitalter der Digitalisierung gefährdet dies die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften.

Das Forschungsprojekt Doktorandinnen in IT: Bundesweite Analyse der Situation und Fördermaßnahmen untersucht, warum so wenig weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich IT und MINT-Fächer gibt (Bildquelle: InfAI)

Wege heraus aus diesem Trend sucht das jetzt gestartete Verbundprojekt "Doktorandinnen in IT: Bundesweite Analyse der Situation und Fördermaßnahmen (DokIT)" des Instituts für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) an der Universität Leipzig und des Wilhelm-Schickard-Instituts für Informatik der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

DokIT erforscht, unter welchen Bedingungen Informatikerinnen promovieren. Ziel des Projektes ist es, den Anteil von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Professorinnen im IT-Bereich zu steigern. "Wir wollen, dass sich der Anteil junger Frauen in Führungs- und Forschungspositionen im MINT-Bereich erhöht und ihr Potenzial besser in die Innovationskultur Deutschlands und den digitalen Wandel eingebunden wird", sagt die Koordinatorin des Vorhabens, Prof. Dr. Dorothee Alfermann von der Universität Leipzig. Das Forschungs- und Transferprojekt will zu einer Förderung gender- und herkunftsunabhängiger Bildungs- und Zukunftschancen sowie einem Kulturwandel in Wissenschaft und Unternehmen im MINT-Berufssegment beitragen.

In den Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland sind derzeit nach Angaben des Statistischen Bundesamts etwa 4000 Männer und weniger als 1000 Frauen mit dem Ziel einer Promotion in einem Fachbereich der Informatik einschließlich Fächern wie Wirtschafts- und Medieninformatik eingeschrieben. Ein erfolgreicher Abschluss der Promotion wird jährlich von etwa 24 Prozent der Doktoranden und im Vergleich dazu von nur 15 Prozent der Doktorandinnen erreicht. Umso alarmierender ist die Tatsache, dass die Zahl der Promovendinnen seit Jahren stagniert, aber die der Promovenden steigt. Auf welche Ursachen diese Befunde zurückzuführen sind, untersucht das Verbundprojekt mit qualitativen sowie quantitativen Befragungen von Promovendinnen und Promovenden in der Informatik. Neben dem Vergleich der finanziellen und sozialen Situation von IT-Doktorandinnen und IT-Doktoranden interessiere ebenfalls, welche Erwartungen und Ziele sie haben sowie welche Förderungen sie erhalten haben und welche fehlen. Ziel ist in einem weiteren Schritt, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der IT-Doktorandinnen zu empfehlen. Parallel zu den Befragungen erfolgt im Projekt der Aufbau eines Doktorandinnen-Netzwerks, das die Möglichkeit bietet, fachlichen Austausch zu pflegen und wichtige sozialpsychologische Unterstützung durch Gleichgesinnte wie auch durch Expertinnen und Experten zu finden. Dieses Ziel soll eine im Projekt aufzubauende und zu evaluierende Cloud-Plattform unterstützen.

Über das InfAI

Das Institut für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) wurde 2006 zum Zweck der Förderung von Wissenschaft und industrienaher Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik gegründet. Das Institut ist ein anerkanntes An-Institut der Universität Leipzig und hat sich zu einem der größten und drittmittelstärksten Forschungs- und Transferinstitute der Universität entwickelt. Der Fokus des InfAI liegt dabei auf den Bereichen Big Data / Smart Data, Logistik, Data Analytics, Biomedizinische und technische Daten- und Prozessmodellierung, Energiewirtschaft und Dienstleistungsforschung. In diesen Bereichen arbeitet das Institut zusammen mit namhaften Unternehmen, wie beispielsweise Siemens, Daimler, BMW, SAP, T-Systems, Heidelberger Druckmaschinen, Software AG, ERGO Versicherungen und Mercateo. www.infai.org

Quelle: InfAI